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Kolloquium
Was wäre Fortschritt ohne Ordnung? – Eine philosophische Perspektive
Betrachtet man zwei Zustände in der Welt, lässt sich fragen, ob der Übergang vom einen zum anderen als fortschrittlich bezeichnet werden kann. Dies ist der Fall, wenn der zeitlich spätere Zustand – rückblickend – als „besser“ bewertet wird als der frühere. Der Begriff des Fortschritts benötigt also erstens eine Zeitordnung, die sagt, was „früher“ und „später“ ist. Dies impliziert einen linearen Zeitverlauf und eine festgelegte Richtung der Zeit. Außerdem muss eine „qualitative Ordnung“ der Zustände angenommen werden, Kriterien, anhand derer entschieden werden kann, was „besser“ und was „schlechter“ ist. Es muss jemanden geben, der die Ordnung vornimmt, der feststellt, was früher und was später, was besser und was schlechter ist. Somit ist Fortschritt eine subjektive Bewertung von Zuständen in der Welt anhand von Ordnung in Zeit und Qualität. Schaut man jedoch genauer hin, so ist dies gar nicht so selbstverständlich: Statt einer linearen Zeitordnung, könnte auch eine zirkuläre oder überhaupt nicht geordnete Zeit angenommen werden – ähnlich wie im Fall des Raumes. Das Festlegen der Richtung wird völlig unmöglich, stellt man die Kausalität in Frage. Die qualitative Ordnung ist noch fragwürdiger, sie ändert sich ständig, was wir vor 100 Jahren als „besser“ bezeichnet haben, könnte heute als „schlechter“ gelten. Sie ist alles andere als unabhängig vom Zeitpunkt, an dem wir sie vornehmen. Aber wie werden die Kriterien festgelegt? Muss ein Ziel vorhanden sein? Gibt es unveränderte Ziele und Kriterien? Kann es Fortschritt unabhängig von einem Bewerter geben? Ist ein Fortschrittsbegriff denkbar, der andere Ordnungen verbindet, als zeitliche und „qualitative“? Und was bedeutete das für uns?
 
Das Symposium
Auf dem 23. Heidelberger Symposium beschäftigt uns das Thema Freiheit. Jeder scheint sie zu suchen, für manche ist sie sogar das einzige was zählt, aber was ist eigentlich wahre Freiheit? Woher kommt unser Bedürfnis nach ihr, und sollten wir es immer befriedigen? Erleben Sie  politische, historische, naturwissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurse hochkarätiger Referenten, tauschen Sie sich beim Essen weiter darüber aus, erleben Sie die nachdenklich-wissenschaftliche Atmosphäre und genießen Sie das kulturelle Abendprogramm!
Der Club

Der Heidelberger Club für Wirtschaft und Kultur e.V. (HCWK) ist eine unabhängige, überparteiliche und fächerübergreifende Studenteninitiative an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Er wurde 1988 mit dem Ziel gegründet, die Ausbildung an der Universität durch Praxisbezug und interdisziplinären Austausch zu ergänzen. Zu diesem Zweck organisiert der Club in Heidelberg seit 1989 jährlich ein mehrtägiges Symposium zu einem aktuellen Thema von gesellschaftlicher Relevanz.


Unser Dank gilt:
...und den vielen anderen Unterstützern, die das Symposium erst möglich machen.

Medienpartner:
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Ausgewählter Ort 2008 im Land der Ideen

Das 22. Heidelberger Symposium 2010 wurde in das Programm "Jugend in Aktion" der Europäischen Union aufgenommen. Das 20. Heidelberger Symposium 2008 wurde mit dem Titel "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet.